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Rückblick: Das große Interview

Wir haben noch lange nicht genug

Unsere Offline365 Reise neigt sich nun langsam dem Ende zu, doch keine Sorge, das Abenteuer ist noch lange nicht vorbei! Ihr werdet auch in Zukunft weiterhin regelmäßig von uns hören, denn eines ist sicher: Vom Reisen und Entdecken haben wir definitiv noch nicht genug. Viele von euch haben sich einen Rückblick gewünscht und genau diesen Wunsch erfüllen wir euch heute. Camperkalle, Europas neugierigster Traveller hat uns ausgiebig befragt. Das lang ersehnte Interview ist endlich fertig! Freut euch auf ehrliche Einblicke, jede Menge verrückte Geschichten sowie wertvolle Tipps für eure eigenden Abenteuer. Viel Spaß mit unserem ganz persönlichen Rückblick!

Eine Pause vom Plan

Was hat euch dazu gebracht, eine Auszeit zu nehmen?

Vana: Wir wollten nicht bis zur Rente warten, denn wer weiß, ob wir dann noch gesund und fit genug sind, um all das gemeinsam zu erleben. Außerdem ist die Welt gerade eine riesige Wundertüte. Keiner weiß, welche Überraschung als nächstes kommt. Corona hat gezeigt, dass man auch ohne festen Plan einfach mal eine Pause machen kann. Wenn ich jetzt im Rückblick darauf schaue, war das eine verdammt gute Entscheidung.

War der Einzug ins Wohnmobil eine große Umstellung?

Vana: Nein, der begrenzte Raum hat uns überhaupt nichts ausgemacht. Eigentlich hat man ja sowieso viel zu viele Quadratmeter, die man gar nicht wirklich nutzt. Natürlich muss man sich in bestimmten Situationen, besonders in der Küche und im Bad, manchmal ein bisschen absprechen sowie das Timing anpassen, aber letztendlich klappte das wunderbar. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. An weniger Platz gewöhnt man sich schneller, als man denkt!

Warum habt ihr euch für einen Fiat Ducato Alkhoven entschieden?

Daniel: Wir haben sorgfältig verschiedene Optionen abgewogen und letztendlich entschieden, dass ein älteres Modell am besten zu unseren Budget und Vorstellungen passt. Nach einiger Recherche habe ich dann auf Ebay Kleinanzeigen Floki entdeckt. Er hat uns auf Anhieb gefallen. Besonders praktisch fanden wir, dass das Bett im Alkoven untergebracht war, denn so entfiel das tägliche Umbauen und damit auch ein großes Hin und Her. Die 2.8-Liter-Diesel-Maschine und der entscheidende Vorteil, dass man an so einem Klassiker noch selbst schrauben kann, ohne ständig auf einen Laptop oder exotische Spezialwerkzeuge angewiesen zu sein, hat mich schließlich überzeugt.

Würdet ihr rückblickend etwas an der Ausstattung ändern?

Vana: Unsere Schränke waren anfangs ziemlich voll, doch bei den Besuchen unserer Lieben haben wir nach und nach Überflüssiges aussortiert. Mit der Zeit wurde auch mir klar, was wirklich wichtig ist und was nur Platz wegnimmt.

Daniel: Eigentlich nicht viel, aber ein bisschen Feintuning geht immer.

Was habt ihr euch fest vorgenommen und umgesetzt?

Vana: Das wir mit dem Rauchen aufhören. Seit dem 04.06.2023 sind wir offizielle Nichtraucher.

Wie viele Länder habt ihr insgesamt bereist?

Daniel: 13, wenn man den Vatikan mitzählt.

In welchem Land habt ihr euch am längsten aufgehalten?

Daniel: In Spanien.

Welche Rolle hat Improvisation für euch gespielt?

Vana: Eine große, denn unterwegs läuft selten alles nach Plan. Manchmal schlug das Wetter um oder im Floki musste etwas repariert werden. Manchmal brauchten wir auch nur irgendwelche Sachen, weil sie unerwartet verloren gingen. Wir haben immer eine Lösung gefunden und das Beste aus jeder Situation gemacht.

Welche App hast du am meisten genutzt?

Daniel: Google Maps und Park4Night

Wie habt ihr Internet und mobile Daten unterwegs geregelt?

Daniel: Wir hatten eine praktische SIM-Karte mit satten 140 GB Datenvolumen, was glücklicherweise in den meisten Ländern mehr als ausreichend war. Allerdings habe ich vorsichtshalber in Spanien noch eine zusätzliche lokale SIM-Karte geholt, um auf Nummer sicher zu gehen. Dank dieser Kombination waren wir durchgehend bestens versorgt und konnten ohne Einschränkungen arbeiten, recherchieren oder zwischendurch auch einfach mal entspannt Netflixen.

Gab es technische Ausfälle?

Daniel: Ja, der Kühlschrank ist ausgefallen und die Wasserpumpe musste erneuert werden. 

Frischwasser, Grau- und Schwarzwasser – wie waren die Versorgungsstationen?

Vana: Die freien Versorgungsstationen waren in vielen Ländern generell gut ausgebaut. Allerdings gab es einmal eine Situation, in der wir weiterfahren mussten, weil einfach nichts wirklich passte.

Welche automatisierten oder digitalen Lösungen haben beeindruckt?

Vana: Öffentliche Verkehrsmittel waren dank GPS praktisch immer minutengenau. Zudem konnte man Tickets ganz bequem entweder direkt im Bus, ganz einfach per Handy oder sogar mit der Kreditkarte kaufen. In vielen Dörfern gab es außerdem Automaten mit regionalen Produkten. Dort konnte man problemlos frisches Gemüse, Obst, Eier, Butter, Käse, Wurst, Fleisch und vieles mehr einfach aus einem Kühlschrankautomaten ziehen. Besonders niedlich fand ich die kleinen Milchtankstellen. Einmal sind wir auf einen Brot-Automaten gestoßen sind, den die Bäckerei kurz vor Ladenschluss mit den Restbeständen bestückte. Eine wirklich geniale Lösung!

Welche Situation hat das größte Chaos ausgelöst?

Vana & Daniel: Die Ameisen-Invasion!

Vana: Am Lago Maggiore entdeckten wir ganz plötzlich Ameisen an der Decke. Zunächst dachten wir uns nichts dabei, doch dann stellte sich heraus, dass sie über das Dach hereingekommen waren. Hunderte, wenn nicht sogar mehr, hatten sich unbemerkt in unserer Klimaanlage eingenistet und sich von dort aus Schritt für Schritt überall verteilt. Es dauerte geschlagene drei Tage, bis wir endlich wieder vollständig ameisenfrei waren und unser Wohnmobil wieder reisefertig war.

Welche Entscheidung hat sich als goldrichtig herausgestellt?

Vana: Dass wir grundsätzlich immer alle Autobahnen meiden. Dadurch haben wir viele Orte entdeckt, die uns sonst wahrscheinlich nie aufgefallen wären und an denen wir einfach vorbeigefahren wären.

Daniel: Die Wahl meiner Reisebegleitung.

Was fällt dir zum Thema Gasflaschen ein?

Daniel: Man braucht definitiv eine ganze Reihe verschiedener Adapter, je nachdem, in welchem Land man unterwegs ist. Besonders auffällig war, dass man in Frankreich Gas ausschließlich in Baumärkten kaufen konnte, während es hingegen in Spanien fast überall sogar an den meisten Tankstellen erhältlich war. Super praktisch! Allerdings stellte sich heraus, dass es dort dafür etwas umständlicher war, überhaupt eine Gasflasche zu bekommen. In Italien wiederum haben wir unsere Flaschen stattdessen einfach nur auffüllen lassen.

Mein Fazit: Spanien war mit Abstand die günstigste Option!

Welche technische Erneuerung hat sich am meistern gelohnt??

Daniel: Die Solaranlage

Wurde euch auf der Reise etwas gestohlen?

Vana: Nein. 

Hattet ihr Pannen?

Vana: Der Keilriemen ist gerissen, aber das konnte relativ schnell behoben werden.

Hat im Floki alles gehalten oder ist auch mal etwas abgefallen?

Vana: Ja, tatsächlich der Badezimmerspiegel. Zum Glück ist er heil geblieben und wir konnten ihn wieder ankleben.

Daniel: Der Rucksackhaken und die Outdoordusche. Die wurde uns sogar noch hinterher gebracht.

Dein schlimmstes Stranderlebnis?

Vana: Definitiv das Erlebnis in Figueira da Foz, als der Surfer die tote Frau fand. Das war ein absoluter Schockmoment.

Welches Land hat euch mit seiner Gastfreundschaft überrascht?

Daniel: Ganz klar Frankreich! Entgegen aller Erwartungen waren die Menschen dort durchweg freundlich und hilfsbereit.

Gab es viele Grenzkontrollen?

Daniel: Eine. In Andorra hat mal ein Grenzbeamter kurz in den Floki geschaut.

Hat die Reise dich verändert?

Vana: Ja, ich habe ganz schön zugelegt! Es könnte natürlich pure Muskelmasse sein, schließlich war ich viel in Bewegung. Vielleicht hat es aber auch mit dem Nichtrauchen zu tun. Ich esse plötzlich viel mehr.

Welches Land oder welche Gegend hat euch am besten gefallen?

Vana: Das ist wirklich schwer zu sagen, denn jedes Land hatte seinen eigenen Charme. Besonders gefallen hat mir Frankreich vor allem die Bretagne, aber auch das Baskenland, Galicien und Andalusien haben mich begeistert.
In Italien mochte ich die Toskana sehr. Auch die italienischen Städte waren durchaus sehenswert. Besonders Rom und Venedig haben mir sehr gefallen.
Die kilometerlangen Küsten, die spektakulären Felsen und die traumhaften Sonnenuntergänge in Portugal bleiben ebenfalls unvergessen. Und in den Bergen ist es einfach generell schön. 

Daniel: Das Tuxer Tal, die Dolomiten, die Berner Alpen, die Walliser Alpen, die Pyrenäen und so viel mehr. Und vergiss deinen neuen Lieblingssee nicht.

Durfte Floki überall parken?

Daniel: Nicht immer! In touristisch beliebten Orten war es mit dem Wohnmobil manchmal schwierig, einen passenden Parkplatz zu finden. Oftmals gab es Höhenbegrenzungen, die entweder größere Fahrzeuge ausschlossen oder durch spezielle Regelungen das Parken für Wohnmobile erschwerten. Aber mit ein bisschen Recherche und manchmal auch etwas Kreativität haben wir immer eine Lösung gefunden! 

Wie viele Strafzettel gab es?

Daniel: Keine – zumindest außerhalb Deutschlands! In anderen Ländern sind wir wohl entweder vorsichtiger gefahren oder hatten einfach mehr Glück. In Deutschland dagegen… naja, sagen wir mal, die Blitzer sind gerade am Bodensee ziemlich motiviert.

Gab es eine landestypische Spezialität, die du probiert hast, aber nicht mochtet?

Vana: Austern

Gab es eine unerwartete Tradition oder ein Fest, an dem ihr teilgenommen habt?

Daniel: Das Weihnachtsfest in Grazalema war einfach toll! Die Atmosphäre, die Lichter und die Herzlichkeit der Menschen haben es zu einem besonderen Erlebnis gemacht.

Vana: Aber auch die Vorstellung in Benalmádena mit typischem andalusischen Gesang und traditionellen Flamenco war ein echtes Highlight.

Welche tierische Begegnung hat dich am meisten überrascht?

Vana: Die Adler! In Spanien gibt es wirklich unglaublich viele, was daran liegt, dass das Land mit seinen weiten, unberührten Landschaften, Bergen sowie seinen Naturschutzgebieten perfekte Lebensbedingungen für sie bietet. Es war jedes mal aufs Neue beeindruckend, sie so in der Luft kreisen zu sehen. Außerdem war der Zoo mitten in der Tabernas-Wüste eine ziemliche Überraschung!

Daniel: Definitiv die Maultiere, die sich einfach zum Essen einladen wollten! Aber auch die schwarzen Schweine sowie die weißen Rinder in der Toskana waren besondere Begegnungen, mit denen ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hatte.

Vana: Und dann waren da natürlich auch noch die Kühe, die uns immer wieder aufs Neue überrascht haben! Manchmal tauchten sie völlig unerwartet auf und haben mir dadurch einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Besonders witzig war außerdem das Pferd, das sich an Floki kuscheln wollte. Unser Wohnmobil hat dabei ganz schön gewackelt, als es sich dagegenlehnte.

Was ist euch negativ in Erinnerung geblieben? 

Vana: Die Gemüsefelder in Spanien, das Müllproblem und die maßlos übertriebenen Gebühren für Liegen und Schirme in Italien. In manchen Gegenden habe ich mich überhaupt nicht sicher gefühlt.

Was war das Ungewöhnlichste, das du in Portugal erlebt hast?

Vana: Die Fischdosen-Läden! Diese Geschäfte sind echte Hingucker. So etwas habe ich noch nirgendwo anders gesehen! Sardinen & Co. werden dort nicht einfach nur verkauft, sondern regelrecht zelebriert. Die Verpackungen sind nicht nur bunt und kunstvoll gestaltet, sondern werden auch teilweise so präsentiert, als würde man edlen Wein verkaufen. Besonders verrückt: Es gibt Lokale, in denen man sich eine Dose aussucht und sie servieren lässt.
 
Daniel: Ein echtes Gourmeterlebnis aus der Dose!

Campingplätze oder Stellplätze? Was ist besser?

Daniel: Definitiv Stellplätze! Man ist viel flexibler und außerdem kann man an außergewöhnlichen Orten stehen. Oft sogar weit weg vom Massentourismus. Campingplätze sind einfach nicht so meins. Trotzdem mussten wir sie manchmal anfahren, denn gerade in großen Städten war es oftmals die sicherste Lösung.

Wofür habt ihr am meisten ausgegeben?

Daniel: Das meiste Geld ist für Lebensmittel draufgegangen.

Welche besonderen oder ungewöhnlichen Verkaufspraktiken habt ihr unterwegs erlebt?

Vana: Einheimische fuhren mit ihren Autos auf unterschiedliche, manchmal sehr versteckte Plätze und hupten lautstark. Sobald das Signal ertönte, kamen die Leute aus ihren Wohnmobilen, um direkt aus dem Kofferraum frische Backwaren zu kaufen. Eine echte Win-Win-Situation. 

Adventszeit in Spanien – Was fällt dir dazu ein?

Daniel: Malagaeis in Malaga, Feliz Navidad und El Gordo

Welche Wanderung war am außergewöhnlichsten?

Vana: Definitiv der Picos de Europa, der Caminito del Rey und die Treppen an der Amalfiküste!

Der Picos de Europa war unsere größte Herausforderung. Hier haben wir unsere Kräfte definitiv überschätzt. Es war anstrengend, aber es sich trotzdem gelohnt hat. Ein Weg hätte jedoch gereicht.

Der Caminito del Rey war dagegen deutlich einfacher. Hoch über einer Schlucht ging es an steilen Felswänden entlang. Früher galt er als gefährlichster Weg der Welt, heute ist er gut gesichert. Die Aussicht war spektakulär!

Und dann waren da noch die nicht enden wollenden Treppenstufen an der Amalfiküste. Sie haben mir den schlimmsten Muskelkater meines Lebens beschert. Das bleibt unvergessen!

Was fällt dir zu Belgien ein?

Daniel: Belgien hat sehr schlechte Straßen.

Habt ihr etwas Wichtiges vergessen oder liegen gelassen?

Vana: Anfangs haben wir die Adapter an unterschiedlichen Wasserstationen hängen gelassen. Wir mussten mehrmals nachkaufen. Auch der Wassertankdeckel ist einmal liegen geblieben. Zum Glück liefert Amazon ja überall hin.

Daniel: In Utrecht habe ich mal mein Smartphone in der Fahrrad-Handyhalterung zurückgelassen. Zum Glück war es noch da, als wir zurückkamen.

Welchen beeindruckenden Berg oder hohen Pass hat Floki während der Reise gemeistert?

Daniel: Er hat alle gemeistert. Manchmal wäre man zwar zu Fuß schneller gewesen, aber am Ende hat Floki jede Herausforderung angenommen und auch geschafft. Hin und wieder mussten wir einen ungeplanten Stopp einlegen, damit die Bremsen nicht überhitzten, aber bei diesen Ausblicken hat uns das überhaupt nicht gestört. Die Grossglockner Hochalpenstraße mit 2.500 Metern und die Gebirgsstraße in Andorra mit 2.400 Metern waren die höchsten Punkte unserer Reise.

Hast du französisches Baguette oder Croissants frisch aus einer Boulangerie gegessen? Ist es so gut wie immer behaupet wird?

Daniel: Ja, und es ist sogar noch besser! Ich vermisse vor allem die Pain au Chocolat. Kein Vergleich zu dem, was man sonst so bekommt.

Gibraltar – Was war dein eindrucksvollstes Erlebnis?

Vana: Die Affen, die Sicht auf Afrika und die Flugbahn.

Daniel: … und Fish and Chips.

Wie war die Fahrt durch die Pyränäen?

Vana: Sehr aufregend! Manchmal habe ich vor Spannung die Luft angehalten. Über uns sicherten stabile Netze große Teile der Straße. In vielen konnte man sehen, was bereits heruntergefallen ist, aber durch sie aufgefangen wurde.

Daniel: Die Straßen waren teilweise sehr eng, aber vor jeder Kurve wurde gehupt. Eine etwas gewöhnungsbedürftige, aber sehr effektive Methode. Und wo Busse fahren, passt auch unser Floki durch.

Wurdet ihr von streunenden Hunden belästigt?

Daniel: Nein, nicht ein einziges Mal.

Was habt ihr während der Fahrt verloren und nicht bemerkt?

Vana: Ein Fenster! Wir haben vergessen, es zu schließen. Während der ganzen Fahrt stand es offen und muss sich irgendwann aus der Halterung gelöst haben.

Daniel: Erst auf unserem Stellplatz haben wir gemerkt, dass es überhaupt verschwunden war. Eine echte Überraschung! Ich habe das Fenster dann mit Panzertape fachmännisch verschlossen.

Hat euch das Navi mal fehlgeleitet?

Daniel: Ja, das ist tatsächlich öfters passiert. Aber vielleicht war ich auch einfach nur abgelenkt. Auf jeden Fall waren manche Fahrten extrem aufregend. Besonders spannend war zum Beispiel die Straße, die mitten durch Olivenfelder führte und dann laut Schild plötzlich im Nichts enden sollte. Umdrehen war natürlich keine Option. Irgendwann verfolgte uns ein kleiner PKW. Da jedoch der Einheimische ganz gelassen hinter uns blieb, machte ich mir zunächst einmal keine weiteren Sorgen. Erst eine halbe Stunde später tauchten wir endlich wieder in der Zivilisation auf.

Vana: Und dann war da auch noch das Dorf, indem die Einheimischen uns durch die engen Gassen gelotst haben. Ohne ihre wertvolle Hilfe wären wir wahrscheinlich buchstäblich zwischen den Hauswänden stecken geblieben.

Welche Kirchen oder spirituellen Orte sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Vana: Manche Dome, Kirchen und Basiliken muss man sich einfach anschauen. Die Architektur ist teilweise viele hunderte Jahre alt und erinnert an Kulissen aus Mittelalterfilmen – gewaltige Bauwerke, riesige Säulen und unglaubliche Kunst.

Daniel: Santiago de Compostela war der absolute Hammer, der Mailänder Dom, die Kirchen in Rom und auch der Vatikan haben schon beeindruckt. Hier wurde richtig investiert! Einzig die Uniform der Schweizer Garde könnte mal ein Upgrade vertragen.

Welche Tipps habt ihr für uns?

Vana: Checkt unbedingt immer das Wetter! Kauft wenn möglich regionale Produkte, denn die sind nicht nur verdammt lecker, sondern auch deutlich günstiger.
Nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel! In vielen Ländern sind die Tickets sehr günstig und oft praktischer als ein Wohnmobilparkplatz in der Stadt.
Passt eure Ausflugszeiten an, denn die Einheimischen machen Siesta, und auch die Reisegruppen legen eine Mittagspause ein. Das ist die perfekte Zeit, um sich etwas anzusehen.
Nehmt genügend Wasser mit und denkt vor allem auch an die Sonnencreme!
Waschsalons sind spitze! Dank der viele Maschinen und Trockner könnt ihr Wäscheberge in kürzester Zeit bewältigen.
Wenn ihr am Atlantik seid, denkt unbedingt an die Gezeiten, denn sonst kann es passieren, dass ihr plötzlich auf einer Sandbank steht oder euer Traumstrand einfach verschwunden ist.

Daniel: Lest unsere Blogbeiträge!

Was würdet ihr bei der nächsten Reise anders machen?

Vana: Nichts! Unsere Reise war genauso, wie sie sein sollte. Voller Abenteuer, Herausforderungen und unvergesslicher Momente.

Daniel: Wir würden grundlegend nichts anders machen, weiter neue Orte entdecken und uns wieder auf das Unbekannte einlassen. Denn genau darin liegt für uns der Reiz des Reisens!

Was nehmt ihr aus dieser Reise für euer weiteres Leben mit?

Vana: Die Welt ist wirklich voller hilfsbereiter Menschen. Egal, an welchem Ort wir waren, wir haben immer wieder aufs Neue Unterstützung und Freundlichkeit erlebt. Deshalb lohnt es sich, offen für das Unbekannte zu bleiben und sich einfach darauf einzulassen.

Daniel: Man muss nicht alles bis ins Detail im Voraus planen, denn häufig sind es gerade die unerwarteten Erlebnisse, die am Ende die schönsten Erinnerungen schaffen. Tatsächlich führen Bauchentscheidungen nicht selten zu den schönsten Orten und manchmal sogar zu ganz besonderen Begegnungen.

Wo werdet ihr euch niederlassen?

Vana: Die Berge haben es uns besonders angetan. Ob es die Schweiz, Liechtenstein, Österreich oder das Allgäu wird, bleibt weiterhin spannend.

Daniel: Die Bewerbungen sind zwar raus, aber noch ist nichts entschieden und alles offen. In ein paar Wochen wissen wir mehr.

Was wünscht ihr anderen Reisenden für ihre Abenteuer?

Vana: Ich wünsche nicht nur den richtigen Reisepartner, sondern auch den Mut hin und wieder etwas Neues zu wagen sowie die Fähigkeit, jeden einzelnen Moment bewusst zu genießen.

Daniel: Ich wünsche allen einen guten Stellplatz, dazu angenehme Nachbarn und obendrein möglichst wenige Pannen. Bleibt stets neugierig und habt immer ein Bier im Kühlschrank.

Welche Camper-Weisheit kannst du noch mitgeben?

Daniel: Abenteuer beginnen da, wo Google Maps aufgibt.

Vana: Öffne niemals nach einer holprigen Fahrt unbedacht einen Schrank.