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Galicien: Keltische Wurzeln, Küstenzauber und Pilgergeschichten

Hier gibt es viel zu entdecken

In den kommenden Tagen werden wir Galicien erkunden, eine Region, die von ihren tief verwurzelten keltischen Traditionen geprägt ist. Wir besuchen natürlich auch die berühmte Kathedrale in Santiago de Compostela und viele andere fantastische Orte. Ähnlich wie das Baskenland und Asturien hat auch Galicien keltische Wurzeln, die bis zur Zeit der Castro-Kultur in der Eisenzeit zurückreichen. Diese Kultur blühte zwischen dem 2. Jahrhundert vor Christus und dem 1. Jahrhundert nach Christus auf und hat bis heute ihre Spuren in der Region hinterlassen. Die Überreste einiger Castro-Siedlungen sind noch immer in Galicien sichtbar und erinnern an die faszinierende antike Vergangenheit der Region. Bevor wir jedoch die geschichtsträchtige Kathedrale in Santiago de Compostela besuchen, fahren wir weiter an der Küste entlang. Unsere Reise führt uns nach Ribadeo, wo der Playa de las Catedrales – „Strand der Kathedralen“ – an der Nordküste Spaniens auf uns wartet.

Ribadeo: Galiciens berühmtester Strand

Dieser beeindruckende Naturstrand ist nur bei Ebbe zugänglich und verdankt seinen Namen den spektakulären Felsformationen, die über Jahrhunderte hinweg durch die Erosion des Meeres geformt wurden. Unter manchen Felsbögen kann man sogar hindurchgehen oder die geheimnisvollen Grotten erkunden. Bei Flut verwandeln sich die Felsen zu Inseln im Meer, also weiterhin auf die Gezeiten achten. Leider haben wir die kostenlose Reservierung verpasst, die normalerweise für den Zugang zum Strand erforderlich ist. Doch unser Entdeckergeist führt uns zu einer großartigen Alternative. Über einen Holzsteg, der entlang der Küste führt, erreichen wir einen weiteren Strandzugang, der keine Registrierung verlangt. Über eine Treppe können wir abseits der touristischen Warteschlangen ganz offiziell den Strand betreten und doch noch die Felsformationen aus nächster Nähe bestaunen.

Weitere Meer-Momente

Der Playa de Area in Viveiro zeichnet sich durch seinen goldenen Sand und das in der Regel ruhige Wasser aus, was ihn ideal zum Schwimmen und Sonnenbaden macht. Wir teilen unseren Stellplatz sogar mit einem Pferd! 😂 Hier verbringen wir zwei Tage, bevor wir weiter zum Aussichtspunkt Banco de Loiba in der Nähe des Dorfes Loiba fahren. Dieser bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Küstenlinie und das Meer. Die Bank ist jedoch das eigentliche Highlight, denn sie hat hier mittlerweile Kultstatus erreicht und ist ein äußerst beliebtes Fotomotiv. Am Playa Doniños, einem beliebten Strand in der Nähe von Ferrol, verbringen wir etwas mehr Zeit. Der breite Sandstrand mit den rauen Wellen hat uns auf Anhieb begeistert. Die Umgebung des Playa Doniños ist von natürlicher Schönheit geprägt und die Sonnenuntergänge sind wunderschön. Wer es etwas ruhiger mag, ist hier perfekt aufgehoben.

Santiago de Compostela: Die berühmte Pilgerstadt

Santiago de Compostela, die stolze Hauptstadt von Galicien, beherbergt rund 96.400 Einwohner. Diese Stadt verdankt ihren Ruhm hauptsächlich zwei Dingen: Sie ist nicht nur der Endpunkt des berühmten Jakobswegs, (Camino de Santiago) sondern auch der vermeintliche Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus. Die majestätische Catedral de Santiago de Compostela, die im Jahr 1211 eingeweiht wurde, soll seine sterblichen Überreste beherbergen. Die UNESCO-geschützte Altstadt ist ein Ort, der nicht nur Pilgerinnen und Pilgern, sondern auch anderen Reisenden viel zu bieten hat.

Plaza del Obradoiro: Das Herzstück der Stadt

Das Herzstück der Stadt ist der Plaza del Obradoiro. Dieser beeindruckende Platz zieht das Leben der Stadt magisch an. Hier erhebt sich die prächtige Kathedrale, der imposante Raxoi-Palast und das luxuriöse Hostal de los Reyes Católicos, das als angeblich ältestes Hotel der Welt gilt. Das historische Hospiz mit den vier bezaubernden Innenhöfen heißt Reisende seit dem Jahr 1509 willkommen und erstrahlt heute als eines der renommiertesten und luxuriösesten Parador-Hotels.

In dieser atemberaubenden Umgebung beobachten wir Pilgernde, wie sie mit ihren Wanderstöcken und Jakobsmuscheln vor der Kathedrale posieren oder auf dem Boden liegend die unglaubliche Architektur bewundern. Schon seit Jahrhunderten wandern unzählige Pilger:innen auf dem Jakobsweg, um am Ende die legendäre Kathedrale von Santiago de Compostela zu erreichen. Die Türme beeindrucken mit ihren reich verzierten Steinfassaden. Im Inneren erwartet uns ein prunkvoller Anblick. Die unglaubliche Pracht, die eher an majestätische Paläste als an eine Kirche erinnert, hatten wir nicht erwartet. Es ist unglaublich, was hier erschaffen wurde.

Jakobsmuschel: So erhielt sie ihren Namen

Santiago de Compostela ist nicht nur ein Ort des Glaubens und der Schönheit, sondern auch ein Ort der Geschichten. Die Geschichte, wie die Jakobsmuschel ihren Namen erhielt und zur Pilgertradition des Jakobswegs wurde, ist wahrhaft interessant. Eine Legende besagt, dass ein Ritter das Boot mit dem heiligen Leichnam des Apostels Jakobus entdeckte. Das Pferd erschrak und warf seinen schweren Reiter ins Meer. Unversehrt und mit etlichen Muscheln behangen tauchte er wieder auf. Dieses Wunder verhalf der Muschel zu ihrem Namen. Die Tatsache, dass die Muschel seitdem Pilgernde symbolisiert und sie auf ihren Reisen schützt, verleiht ihr eine tiefgreifende spirituelle Bedeutung. Die Strahlen der Muschel, die die verschiedenen Wege des Jakobswegs repräsentieren und alle auf Santiago de Compostela zulaufen, veranschaulichen die Einheit in der Vielfalt der Pilgerreisen und die gemeinsame Zielsetzung, das heilige Grab des Apostels Jakobus zu erreichen. Auch heute noch sieht man die Muschel an den Pilgerrucksäcken baumeln.

Combarro: Hórreos verbreiten einzigartigen Charme

Am Abend verlassen wir Santiago de Compostela und übernachten im Parque da Memoria – nur einen Katzensprung vom bezaubernden Fischerdorf Combarro entfernt. Gleich nach dem Frühstück steuern wir das kleine Örtchen an. Combarro, ein kleines Fischerdorf in Galicien, zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Besonderheit aus: die Hórreos. Die auf Pfeilern errichteten Konstruktionen dienten einst dazu, Lebensmittel vor Feuchtigkeit zu schützen und unerwünschte tierische Gäste fernzuhalten. Doch was Combarro von anderen Orten unterscheidet, ist die große Anzahl dieser Hórreos, die sich direkt am Ufer des Meeres erstrecken. Dies verleiht dem Dorf eine einzigartige, märchenhafte Atmosphäre. Auch die kleinen, schmalen Steinhäuser der Fischer haben einen ganz besonderen Charme. 

Cruceiros und keltische Kultur

Zahlreiche Restaurants, Bars und Souvenirläden wurden nahtlos in die historische Architektur integriert. Dieses harmonische Zusammenspiel von Kultur, Geschichte und Gastronomie macht Combarro zu einem unvergesslichen Reiseziel, das wie aus einer anderen Zeit entsprungen scheint. Wir entdecken mehrere Cruceiros, wie sie in Galicien genannt werden, die ihre Wurzeln in der keltischen Kultur haben. Diese Wegkreuze erfüllen nicht nur eine praktische Funktion als Wegweiser, sondern sollen auch Reisende vor bösen Geistern schützen. In Combarro sind sie allgegenwärtig und tragen zur Mystik des Ortes bei. Während wir durch die verwinkelten engen Gassen schlendern, können wir viele keltische Symbole bewundern.

A Guarda: Das Castro Santa Tecla

Während der Eisenzeit errichteten keltische und vorkeltische Völker sogenannte Castro-Siedlungen. Diese Siedlungen wurden strategisch klug auf Hügeln oder an wichtigen Standorten platziert und waren typischerweise von Steinmauern umgeben, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen. Heute sind wir in so einer Siedlung – das Castro von Santa Tecla. Dieser historische Fundort thront auf dem Berg Santa Tecla in der Stadt A Guarda. Die Ausgrabungsstätte war höchstwahrscheinlich im 1. Jahrtausend v. Chr. bewohnt und gewährt uns ein paar Einblicke in das Leben der damaligen Bewohner. Einige der runden Häuser wurden mit großer Sorgfalt rekonstruiert. Interessanterweise hatten diese Häuser keine Ecken, um Geister daran zu hindern, sich darin zu verstecken. Um zum Castro von Santa Tecla zu gelangen, führt der Weg über eine kostenpflichtige Mautstraße. In unmittelbarer Nähe des Kreuzwegs gibt es einen großen Parkplatz, von dem man eine großartige Aussicht auf die Mündung des Rio Mino und die portugiesische Küste hat.

Fazit der letzten Woche

Galicien hat wunderschöne Strände. 🏖️

An der altstadtnahen Uni in Santiago kann man super parken.

Das tragen von Mützen oder Kappen ist in der Kathedrale definitiv nicht erlaubt.

Die alten Tavernen in Combarro sind wahre Schatzkammern der keltischen Sagen. Hier werden Geschichten über Hexen, Geister und Wolfsmenschen noch immer lebendig gehalten.

Galicien ist für seinen weißen Albariño-Wein bekannt.